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Fetten Fehler im Offenen Roman entdeckt

Da laust mich doch der Affe! Während ich andächtig einem Webinar lausche, schießt mir zusammenhangslos ein greller Blitz von der Seite in den Schädel und offenbart mir einen fatalen Bock im bisherigen Geschehen.

Natürlich könnte ich mich jetzt damit raus reden, genau dafür ist das offene Projekt ja gedacht. Denn es wächst eben nicht nur einfach eine Geschichte, sondern soll gerade auch die Arbeit darum herum, oder genauer, die Vor-Arbeiten, nämlich das Plotten sichtbar machen.

Auf welche Hindernisse man dabei stoßen kann, werde ich an diesem Fund nun aufzeigen.

In der Beschreibung zu den anfänglich handelnden und bekannten Personen auf der Vorgabenseite ist er erwähnt und taucht daher wie selbstverständlich auch mit am Tatort auf. Dabei hat er bisher noch gar nichts in der Geschichte zu suchen: Der Ermittler vom BKA, Tobias Ahlmann!

Warum? Weil durch ihn zwei Fragen beantwortet werden, die zum jetzigen Zeitpunkt nicht gestellt sind, noch nicht mal ansatzweise gestellt werden könnten!

  1. Eine mögliche politische Dimension durch den Vater vom Opfer könnte erst dann als Möglichkeit in die Ermittlungen aufgenommen werden, wenn
  2. die Identität des Toten überhaupt erst mal festgestellt ist, was bislang nicht erfolgt ist.

Nein, das ist kein »Dilemma«, welches ja ein verwendbares Spannungsmittel ist (habe ich gerade im Webinar gelernt 😉 ), es ist ganz Schlicht ein Logik-Fehler.

Über diese »Kleinigkeiten« sollte man natürlich (hoffentlich) beim Plotten stolpern, um sie möglichst rechtzeitig gerade rücken zu können. Denn Plotten bedeutet nicht nur das Sammeln von Informationen und planen von einzelnen Eckpunkten, sondern auch das Prüfen der Konsistenz der Verbindungen und Verknüpfungen.

Wie mir das passieren konnte? Als ich damals die Personen definierte, die sich anhand meines Einfalls vom Beginn der Geschichte ergaben, stand für mich die Beteiligung des Vaters (unbewusst) fest. Obwohl die Beziehung noch gar nicht festgestellt wurde, bin ich über den Widerspruch nicht gestolpert – bis jetzt 🙂 Zum Glück. Wäre ich mit der Geschichte schon 50 oder gar 100 Seiten weiter – Oje, das will ich mir lieber nicht vorstellen…

Was bewirkt das nun beim »Offenen Roman«? Die beiden Kapitel sind natürlich umzuschreiben. Das bereitet mir weniger Kopfschmerzen. Vielmehr, wie ich es organisatorisch löse, die »Fehl-Kapitel« weiterhin zugreifbar vorzuhalten. Schließlich soll die Entwicklung auch später noch nachvollziehbar bleiben. Naja, da werde ich schon eine Lösung finden.

Und das, wo mich heute Nachmittag (ja, auch Heute 🙂 ) eine sensationelle Eingebung erreichte, die es ermöglicht, der Geschichte einen unerwarteten Verlauf zu verpassen. Die Idee ist so faszinierend, dass es fast schon zu Schade ist, sie im Zuge der versprochenen Offenheit hier zu präsentieren. Deswegen werde ich auch so gemein sein und damit warten, bis sie »dran« ist.

Nun aber erst mal die Bruchstellen ausbügeln.

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Artikelbild: pencil fracture broken cracks © bei moritz320 / pixabay / Lizenz: CC0 (Public Domain) / Bearbeitet: Abmessungen für Webseite proportional angepasst; keine inhaltlichen Veränderungen

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