Der unfertige Roman

Schreiben – Lesen – Reflektieren

Bild: Von mir fotografiert; © liegt bei den jeweiligen Rechteinhabern

Text veröffentlicht: 12.07.2016

Verlag: Books on Demand
Seiten: 244
Preis: 8,99 EUR
ISBN: 978-3-837-06357-8

Wertung: 6 von 9

Verweise:
Autorin Webseite
BoD

Leitwort: Fantastik

Bianca Fuchs – Seelenläfer

Was für ein Lichtblick! Nach zahlreichen Krimis und Thriller war Seelenläufer eine im wahrsten Sinne des Wortes fantastische Abwechslung. Leichtfüßig entfaltet Bianca Fuchs eine magische Welt mitten unter Uns. Faszinierend.

Ihr Schreibstil ist leichtgängig, weshalb die Buchstaben sanft vor den Augen dahin gleiten. Ohne Hindernisse taucht man in die Geschichte ein. Natürlich ist der magische Aspekt die Besonderheit, doch getragen wird der Roman von der Charakteren. Vom Start weg wunderbar beschrieben, setzt sich das bei deren Entwicklung fort. Ich hatte keine Schwierigkeiten zu Fühlen. Weder bei den Figuren, noch der Atmosphäre.

Mit Fantasy Literatur wird man nur Warm, wenn man die enthaltene Magie fraglos akzeptiert – sofern sie in sich logisch ist und keine haarsträubenden Widersprüche den inneren Alarm auslösen. Keine Angst, hier ist alles in Butter.

Beim Lesen wurde mir schnell klar, dass die Geschichte auf der letzten Seite nicht abgeschlossen sein wird. Ich hatte zwar Recht, aber ganz so schlimm ist es dann nun auch wieder nicht. Es ist zumindest kein Grund, das Buch nicht zu lesen. Im Gegenteil, umso eher, umso besser. Bianca Fuchs hat mir bestätigt, dass sie bereits am zweiten Teil schreibt. Ich vermute ja, dass es drei werden – zumindest legt dies Inhalt und Aufbau nahe :-)

Gefallen hat mir natürlich die auktoriale Erzählweise. Nur sie ermöglicht den ganz persönlichen Film im Kopf des Lesers.

Hingegen tue ich mich mit Liebesgeplänkel schwer. Das hält sich aber in für mich erträgliche Grenzen. Aber nur knapp ;-)

Besonderes Lob gebührt der Autorin für ihren Mut. Ohne etablierten Verlag im Rücken wurde das Buch professionell lektoriert und gestaltet. Das Ergebnis ist wirklich gelungen. Selfpublisher können sich in der Regel kein kostspieliges Marketing leisten. Vielleicht kann ich hiermit einen winzigen Beitrag leisten. Seelenläufer ist sein Geld wert.

Na gut, eine Schwierigkeit gibt es: Es nicht zu mögen!


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