Der unfertige Roman

Schreiben – Lesen – Reflektieren


Text veröffentlicht: 10.09.2015

Leitwort: Überarbeitung

Mühseliger Feinschliff

Endlich konnte ich meine Kurzgeschichte Helge schmeckt Meer hier im Blog veröffentlichen. Diese entstand im Rahmen eines Schreibwettbewerbs. Aufs Treppchen schaffte sie es nicht, was mich nicht stört. Es überhaupt bis zu diesem Punkt gebracht zu haben, war mir Erfüllung genug.

Natürlich hatte ich die sprachliche Form bis zur Einreichung nach Gefühl ausgebessert. Dass ich noch am Anfang meines Potentials stehe, merke ich jeden Tag aufs Neue. Sind seit dem erst 2,5 Monate vergangen, entdeckte ich nun reichlich Optimierungsbedarf.

Nachdem der Wettbewerb offiziell abgeschlossen war, knöpfte ich mir die Geschichte mehrmals vor. Drei Durchläufe später, fand ich mein Ergebnis recht gelungen. Jetzt wagte ich die Prüfung mit einem Textanalyse-Werkzeug. Dort wird nach Füllwörtern, langen Wörtern/Sätzen, Phrasen und so weiter gesucht. Gleichzeitig wird die Schwierigkeit des Textes bewertet und eingeordnet.

Mein Resultat war wirklich nicht schlecht. Aber wenn der Text an zahlreichen Stellen markiert ist, fordert es zumindest meinen Ehrgeiz heraus. Lag mein Anteil an Füllwörtern mit 4 % an der unteren Grenze des Durchschnitts, sprangen mir die vielen roten Markierung förmlich ins Gesicht.

In einem 12 Stunden Korrigier-Marathon drehte ich an jeder Schraube. Die Rate der Füllwörter konnte ich nahezu halbieren und mein Eingriff zeigte auch an anderen Stellen Wirkung.

Vorher:

Nachher:

Insgesamt stecken in der Korrektur mehr Stunden Arbeit, als die Niederschrift der Geschichte benötigte. Daher zählt vor Allem, ist die Fassung deutlich Besser als zuvor?

An dieser Stelle taucht das grundsätzliche Problem eines Schreiberlings auf: Wann ist es Gut genug?

Mir gefällt meine Geschichte um ein Vielfaches besser, als zuvor. Allerdings setzt sich ein Kreislauf in Gang, der einen in den Wahnsinn treiben kann, lernt man nicht, ihn zu steuern. Optimieren lässt sich immer, immer und immer wieder.

Mein eigener Text ist mir etwas hölzern. Die Sätze fließen nicht alle weich ineinander. Ich habe aber begriffen, dass dieser Teil in mir noch am Anfang seiner Entwicklung steht. Daher sehe ich diese Kurzgeschichte, und alle, die da noch kommen werden, als Übung an. Eine gute Vorbereitung für die großen Projekte.

Was Jahrzehnte tief eingeschlossen war, lässt sich nicht in kurzer Zeit zu Höchstleistung treiben. Wie jeder Sportler, braucht es Training, Training und noch mehr Training.

Ich habe nicht gedacht, dass die Überarbeitung derart mühselig wird. Allerdings auch nicht, dass es mir so viel Spaß bereitet. Persönlich stimmt mich das zufrieden. Erfüllt mich aber noch mit Sorge, geht es erst an die Überarbeitung eines 300 Seiten Romans.

Bis dahin bleibt mir genug Zeit, zu trainieren :-)


Zum Spaß die Analyse dieses Artikels, die Optimierungspotential aufzeigt ;-)


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