Sitzreihe zum Wochen-End-Geplauder

Wochen-End-Geplauder – [1621]

Seit letzter Woche hat sich im Blog eine grundlegende Veränderung vollzogen. Aufgefallen ist sie wahrscheinlich niemandem. Macht nichts, obwohl es auch für meine Besucher von weitreichender Bedeutung ist.

Die Schriftart hat sich geändert! Diese Maßnahme hat in erster Linie keine optischen Gründe. Vielmehr hat es mit den Schutz meiner Besucher zu tun. Wie das? Möchte man von den langweiligen Standard Schriftarten wie »Arial« oder »Times New Roman« abweichen, gibt es eine leichte und eine kompliziertere Methode dafür.

WordPress, und hier natürlich das verwendete Theme, machen es den Bloggern leicht, weil auch sie im Hintergrund die leichte Variante wählen. Diese greifen lediglich auf die von Google zur freien Benutzung angebotenen Schriften zurück. Technisch bedeutet dies, dass Google jeden Besucher mitbekommt, weil es die Schrift an dessen Browser ausliefert. In Ruhe kann Google sich umsehen und seinen Datenbestand vergrößern und auffrischen. Nicht gewusst, was?

Für dieses Blog kommt die Schrift jetzt vom eigenen Webspace, also aus der eigenen Wohnung und braucht nicht erst eingeflogen zu werden. Geplant war das schon länger, aber die Umsetzung ging mir dann doch nicht so einfach von der Hand, wie gehofft. Ein andermal werde ich noch was über die jetzige Schrift schreiben. Gefällt sie euch?

Noch angemerkt: Ich weiß nicht genau, wie es sich rechtlich verhält, wenn Google auf dem Weg mit der Schrift die Möglichkeit gegeben wird, Daten zu sammeln. Muss das in den Datenschutzhinweisen aufgenommen werden? Nur widersprechen kann der Besucher ja nicht; wie soll das gehen? Ungeklärte, aber wichtige Fragen.

#1 Sonst So

Der Kopf mal wieder! Bei meinem ersten Gang auf den Balkon heute Morgen, genoss ich die, im Gegensatz zur feuchten gestern, milde Luft, die sich regelrecht »Weich« anfühlte. Ja, ernsthaft 😉 Und wie das mit den Gedanken so ist, sinnierte ich aus heiterem Himmel über unsere menschliche Sinne.

Das ist zwar noch nichts besonderes, aber es geht ja noch weiter. Ich hoffe nur, niemand bekommt meine Ausführungen in den falschen Hals. Meine Überlegungen kreisten nämlich um den Verlust selbiger.

Hör- und Sehsinn können wir verlieren. Was sehr traurig ist und ich niemandem wünsche! Ich glaube mich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen, wenn ich behaupte, dass diese beiden die wichtigsten sind und deren Verlust am meisten schmerzt.

Doch was ist mit den anderen? Geschmack-, Tast- und Geruchssinn? Ohne es abfällig zu meinen, glaube ich, jeder Taube oder Blinde würde lieber auf einen dieser drei verzichten, wenn er dafür wieder hören bzw. sehen könnte.

Warum sind also gerade unsere zwei wichtigsten betroffen? Eben aus diesem Grund? Keine Ahnung. Vielleicht existieren Fälle aus den anderen drei Bereichen, mir sind keine bekannt und davon gehört oder gelesen habe ich auch nicht.

Obwohl deren nicht vorhanden sein in unserem Bewusstsein verankert ist, verwenden wir sie dafür ganz schön häufig: Geschmacklos und Gefühllos gehören zum alltäglichen Vokabular. Blind und Taub kann man sich zumindest vorstellen, weshalb Floskeln wie, »Bist du Taub/Blind?«, nachvollziehbar sind. Und die zwei anderen? Was »Geschmacklos« bedeuten soll, ist Jedem klar, doch vorstellen? Bei allen Mühen, das gelingt mir nicht. »Gefühllos« schon eher, weil ich es mal irgendwie fertig gebracht hatte, einen Zeigefinger so abgeklemmt zu haben, dass sich in der Spitze die Nerven zurück bildeten. Hat Monate gedauert, bis ich dort wieder etwas spüren konnte. Das ist aber nur Partiell. Ob man den Gefühlssinn, oder auch Geschmack- und Geruchssinn, komplett verlieren kann, wird wohl nur ein Mediziner beantworten können.

Bei aller Krudität der bisherigen Ausführungen, ist der Hintergrund ein ganz anderer. Es dürfte nicht verwundern, dass es mit der Schreiberei zusammenhängt. Gerade, weil wir uns den Verlust nicht wirklich vorstellen können, entsteht viel Raum für Spekulationen. Und diese gehören sozusagen zu den Grundnahrungsmitteln für Geschichten. »Was wäre wenn« dürfte zu zahlreichen Plot-Ideen führen. Ich für meinen Teil habe meinen Kopf schon sehr zu zügeln, damit ich nicht abschweife und sich mein Tagesplan im Nichts auflöst.

So, nun habe ich euch hoffentlich genug Stoff für neue Geschichten geliefert 🙂

#2 Netz-Häppchen

Passend zu den Sicherheitsgedanken vom Anfang, hat die Deutsche Welle eine kleine Übersicht zusammengestellt, wie sich die Privatsphäre schützen lässt. Was dort leider vergessen wurde zu erwähnen, ist, dass die meisten Tipps nur für den Firefox Browser gelten. Aber ihr wisst das ja jetzt.
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Die schlechten Nachrichten über eBooks reißen nicht ab. In den USA brechen die Verkäufe weiter ein und in Großbritannien hat der größte Buchhändler sein Digitalgeschäft an Kobo verkauft. Ich behaupte mal, dass das mit an der Marktmacht von Amazon liegt. Zudem an zu teuren Readern und zu günstigen Buchpreisen. Aber erklären tue ich das (vielleicht) ein andermal.
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Ich freue mich, wenn all die düsteren Prognosen NICHT eintreffen, bin da aber nicht zuversichtlich. 600 US-Schriftsteller hegen ebenfalls sehr starke Zweifel, ob ein Präsident Donald Trump eine gute Wahl bedeutet.

#3 Seiten-Kleister

»Sollen wir uns von markenzerstörenden Aggregatoren wie Blendle abhängig machen?«

Oha, der Einleitungssatz zum Interview mit Gerrit Klein, Geschäftsführer des Ebner Verlags, löst bereits eine Gegenhaltung bei mir aus. Am Ende bleibt nur die Frage, ob der Herr Klein einfach nicht anders kann – um es freundlich auszudrücken.

Soll die Reform der Verlagsbranche darin bestehen, unnütze, aber wohl lukrative, Gimmicks in Zukunft selber zu verkaufen? »Mauspad und Schlüsselanhänger exklusiv nur bei uns« schallt es demnächst von den Verlagen? Das ist sein Verständnis von »einen direkten Draht zu unseren Zielgruppen brauchen«?

Ich hole dann mal Luft…

Die Verlage haben mit Amazon den Bock zum Gärtner gemacht und wundern sich, dass sie die Geister, die sie riefen nicht mehr Los werden? Ernsthaft?

Und Blendle ist genau die Lösung, nach der sich die Nutzer gesehnt haben! Der Bedarf ist zwar unabhängig vom Internet vorhanden, funktioniert aber nur hier. Jeder Mensch interessiert sich für bestimmte Themen. Warum den Eintritt zu einem Mischwarengeschäft bezahlen, wenn 90% davon uninteressant sind? In der Vor-Internet-Ära konnten sich Verlage damit ein mächtiges Fettpolster anfressen. Jetzt kann der Nutzer punktuell seine Interessen befriedigen, was auf der Anbieter-Seite zur Schnappatmung führt. Herr Klein scheint Schwierigkeiten zu haben, Bedürfnisse richtig einzuordnen.

»Gerade in Nischen spielen Nachrichten eine eher untergeordnete Rolle«

Ich fürchte, Herr Klein weilt auf einem anderen Planeten. In Nischen sind Nachrichten elementar. Der Ursprung des Internets beruht eben darauf.

Meine Hoffnung ist, dass Herr Klein nicht für die Branche gesprochen hat. Reformen sind dringend notwendig, der Fokus sollte darauf liegen, diejenigen besser zu stellen, die deren Existenz sichern – Autoren und Journalisten.

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Wer plaudert mit?

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Artikelbild: © bei Padurariu Alexandru auf unsplash.com / Lizenz: unbekannt [Update 27.05.2016: Die Quellseite existiert nicht mehr]

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